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Laufbahnsanierung Schönbuchstadion


In seiner Sitzung am 09. Dezember 2025 hat der Gemeinderat der Gemeinde Pliezhausen einen wichtigen Beschluss für die sport- und bewegungsfreudige Gemeinde gefasst: Die Gemeinde beteiligt sich mit dem Projekt "Laufbahnsanierung Schönbuchstadion Pliezhausen" am Projektaufruf 2025 des neuen Bundesprogramms "Sanierung kommunaler Sportstätten" (SKS). Damit eröffnet sich die Chance, zusätzliche Fördermittel für die dringend notwendige Modernisierung dieser zentralen und überregional bedeutsamen Sportstätte zu erhalten.

Der Deutsche Bundestag hat mit dem Beschluss des Bundeshaushalts 2025 für das SKS-Programm zunächst 333 Millionen Euro bereitgestellt. Gefördert werden bauliche Anlagen, die primär der Sportausübung dienen – darunter Sporthallen, Freibäder und Sportfreianlagen wie Laufbahnen und Plätze. Ziel ist die umfassende bauliche Sanierung und Modernisierung; Ersatzneubauten sind nur in Ausnahmefällen möglich. Der Projektaufruf wurde am 16. Oktober 2025 veröffentlicht. Bis zum 15. Januar 2026 können Kommunen ihre Interessenbekundung online einreichen. Nach einer Vorprüfung der Projektskizzen entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestages voraussichtlich Ende Februar 2026 über die Auswahl der förderfähigen Projekte. Anschließend folgt die zweite Antragsphase, die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) koordiniert wird. Der Bewilligungszeitraum endet spätestens am 31. Dezember 2031.

Das Schönbuchstadion ist für den Schulsport, die örtlichen Vereine und überregionale Veranstaltungen von zentraler Bedeutung. Besonders das Internationale Läufermeeting, das Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland und darüber hinaus nach Pliezhausen bringt, unterstreicht die hohe Qualität und Bekanntheit der Anlage. Selbst Weltstars wie Malaika Mihambo, Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Weitsprung, waren hier bereits mehrfach zu Gast.

Die geplante Maßnahme umfasst die dringend notwendige Sanierung der Laufbahn, die

Optimierung des Entwässerungssystems sowie die Verbesserung der Beleuchtung und Beschallung des Hauptplatzes und der Laufbahn.

Bereits am 23. Dezember 2024 hatte die Gemeinde einen Antrag auf Landesförderung aus dem Programm "Kommunaler Sportstättenbau" gestellt. Das Regierungspräsidium Tübingen hat hierfür dankenswerterweise am 23. Mai 2025 einen Förderbescheid über 363.600 Euro erlassen. Bei Gesamtkosten von rund 943.436,80 Euro wurden 727.200 Euro als zuwendungsfähig anerkannt. Der Bewilligungszeitraum läuft bis Ende 2027.

Für das Bundesprogramm SKS gilt:

  • Bundesförderung bis zu 45 % der zuwendungsfähigen Ausgaben
  • Mindestförderbetrag: 250.000 Euro
  • Höchstbetrag: 8 Millionen Euro
  • Eigenanteil der Gemeinde: mindestens 55 %

Nach aktueller Berechnung ergibt sich daraus im Idealfall bei Anerkennung aller Kosten als förderfähig:

  • Zuwendungsfähige Gesamtausgaben SKS: 579.836,80 €
  • Mögliche Bundesförderung (45 %): 260.926,56 €
  • Eigenanteil Gemeinde: 318.910,24 €

Die Landesmittel werden als Drittmittel gewertet und können den kommunalen Eigenanteil nicht ersetzen. Sie sind vorab von den Gesamtausgaben in Abzug zu bringen. Auf Landesebene wird derzeit diskutiert, wie das Land die Fachförderung im Zusammenspiel mit dem Bundesprogramm handhaben wird. Im Zuschussbescheid sind momentan Kürzungen für den Fall einer weiteren öffentlichen Förderung vorgesehen. Im Hinblick auf die klammen kommunalen Kassen erschwert jeder von der Gemeinde aufzubringende Euro Eigenanteil die Umsetzung der Maßnahme.

Mit dem Ratsbeschluss wird die Verwaltung die Interessenbekundung bis spätestens 15. Januar 2026 im Förderportal "easy-Online" einreichen. Im Falle einer erfolgreichen Auswahl folgt die Antragstellung ab März 2026. Für den kommunalen Eigenanteil wird die Gemeinde versuchen, entsprechende Haushaltsmittel einzuplanen und gegebenenfalls einen Antrag auf Mittel aus dem Ausgleichsstock stellen. Dann könnte es im besten Fall doch noch eine Realisierungschance für die Umsetzung der bislang nicht finanzierbaren Maßnahme geben, wiewohl dies kein Selbstläufer werden dürfte. Die Entscheidung des Gemeinderats ist damit ein weiteres starkes Signal und Bekenntnis für den Sport in Pliezhausen. Mit der Sanierung des Schönbuchstadions würde die Gemeinde nicht nur die Zukunft des Breiten- und Schulsports sichern, sondern auch die überregionale Bedeutung als Austragungsort hochkarätiger Sportveranstaltungen stärken.