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Glasfaserausbau


Nach der begonnenen Glasfasererschließung in den drei Teilorten sind im Juli 2026 auch im Hauptort von Pliezhausen die Bauarbeiten für das Glasfasernetz der OEW Breitband GmbH (OEW) in Angriff genommen worden. Mit dem Ausbau wird ein weiterer Schritt zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur in der Gemeinde umgesetzt.

Anders als in den Teilorten werden jedoch im Hauptort nur wenige Grundstücke direkt an das neue Glasfasernetz angeschlossen. Hintergrund ist das Geschäftsmodell der OEW, die den Ausbau ausschließlich für Adressen durchführt, für die eine staatliche Förderung in Anspruch genommen werden kann.

Von dieser Förderung profitieren in Pliezhausen vor allem die sogenannten hellgrauen Flecken. Hierbei handelt es sich um Grundstücke, die derzeit über eine Internetversorgung von weniger als 100 MBit/s im Download verfügen. Ergänzt wird die Förderkulisse durch ausgewählte gewerbliche Standorte sowie Bildungseinrichtungen. Insgesamt zählen im Hauptort weniger als 50 Grundstücke zu den förderfähigen Adressen.

Trotz der vergleichsweise geringen Anzahl an Hausanschlüssen werden die Bauarbeiten an vielen Stellen im Ortsgebiet sichtbar sein. Die förderfähigen Grundstücke liegen über weite Teile des Hauptortes verteilt. Um diese miteinander zu verbinden, müssen zahlreiche Straßen und Wege für die Verlegung der Glasfaserleitungen genutzt werden. Dadurch ist die Zahl der von den Baumaßnahmen betroffenen Straßen und damit die Gebietskulisse deutlich größer, als die Anzahl der tatsächlich anzuschließenden Gebäude zunächst vermuten lässt.

Die Arbeiten werden sich über mehrere Monate erstrecken. Nachfolgend ist ein Übersichtsplan veröffentlicht, aus dem die betroffenen Straßenzüge hervorgehen. Nach der Planung des Bauträgers wird mit den Arbeiten überwiegend in den Randbereichen des Hauptortes begonnen. Die Ortsmitte soll erst gegen Ende der Maßnahme in Angriff genommen werden. Im Zuge der Bauarbeiten wird es leider zu temporären Verkehrsbeeinträchtigungen und Einschränkungen für Anwohner kommen.

Förderkulisse ist verbindlich festgelegt

Alle förderfähigen Adressen werden vom Generalübernehmer AYTAC BAU GMBH (AYTAC) im Auftrag der OEW direkt kontaktiert. Die zugrunde liegende Gebietskulisse wurde bereits im Förderverfahren durch den Förderbescheid verbindlich festgelegt und kann nachträglich nicht mehr verändert werden. Adressen, die keine Kontaktaufnahme durch den OEW-Ausbaupartner erhalten, können daher keinen geförderten Hausanschluss erhalten.

Die Gemeinde weist darauf hin, dass sie keinen Einfluss auf die Auswahl der förderfähigen Grundstücke hat. Diese ergibt sich ausschließlich aus den Vorgaben des Förderprogramms des Bundes und den zugrunde liegenden Versorgungsdaten. Dabei wurden die hellgrauen Flecken im Rahmen eines formellen Verfahrens auf rein rechnerischer Basis identifiziert und festgelegt. Eventuell mögliche Ausnahmen und Handlungsoptionen sind unter den Fragen und Antworten zum Glasfaserausbau (siehe unten) aufgeführt.

Anschlussvorbereitung in den dunkelgrauen Flecken

Neben den förderfähigen hellgrauen Flecken sieht das Förderprogramm auch Maßnahmen in sogenannten dunkelgrauen Flecken vor. Als dunkelgrau gelten in diesem Zusammenhang alle Adressbereiche, die bislang noch nicht über eine gigabitfähige Anschlussmöglichkeit verfügen.

Als gigabitfähig gelten in Pliezhausen insbesondere die bereits vorhandenen Glasfasernetze im Gewerbegebiet sowie das vorhandene Coax-Kabelnetz (HFC), das sich inzwischen im Eigentum der Vodafone befindet und vielen Bürgerinnen und Bürgern noch unter dem früheren Namen Kabel BW bekannt ist.

Für die dunkelgrauen Flecken innerhalb der Gebietskulisse der bewilligten Förderung werden im Zuge der Bauarbeiten Anschlussvorbereitungen (sogenannte Vortriebe) hergestellt. Dabei werden Leerrohre im öffentlichen Bereich (i.d.R. bis zur Grundstücksgrenze) mitverlegt, um einen späteren Glasfaserhausanschluss mit deutlich geringerem Aufwand zu ermöglichen. Von dieser Maßnahme können in Pliezhausen zusätzlich rund 120 Adressen profitieren. Es handelt sich dabei um nicht gigabitfähige Grundstücke, die direkt entlang der Erschließungstrasse für die hellgrauen Flecken liegen (Gebietskulisse).

Die betroffenen Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer müssen hierfür nichts veranlassen und keinen gesonderten Auftrag erteilen. Die Verpflichtung zur Herstellung dieser Anschlussvorbereitung ergibt sich ebenfalls unmittelbar aus dem Förderbescheid.

Perspektive für Inbetriebnahme des Netzes

Die OEW wird das entstehende Glasfasernetz nicht selbst betreiben. Mit dem Netzbetrieb wurde die NETCOMBW beauftragt. Nach den bisherigen Gesprächen mit ihr und der OEW besteht innerhalb der Gebietskulisse auch für die dunkelgrauen Grundstücke eine Aussicht, künftig einen Glasfaseranschluss zu erhalten. Wenn es so weit sein sollte, wird die NETCOMBW aktiv auf die betreffenden Adressen zugehen und entsprechende Angebote unterbreiten. Auch dieser Prozess wird noch mehrere Monate dauern. Nach Informationen der OEW ist mit einer Inbetriebnahme frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 zu rechnen.

Von aktuellen Anfragen an die NETCOMBW oder an sie selbst bittet die Gemeinde jedoch abzusehen. Das gebaute Netz ist noch nicht in die Vertriebs- und Vermarktungsstrukturen eingebunden. Es können aktuell auch noch keine Anschlüsse gebucht werden.

Rolle der Gemeinde

Die Gemeinde Pliezhausen ist weder Bauherrin des Glasfasernetzes noch für dessen Vermarktung verantwortlich. Sie wäre weder finanziell noch personell in der Lage, diese Aufgaben selbst wahrzunehmen. Entsprechend besitzt die Gemeinde auch keine Mitbestimmungsrechte bei der Auswahl der förderfähigen Adressen oder bei den grundlegenden Entscheidungen zur Trassenführung.

Gleichwohl hat sich die Gemeinde intensiv dafür eingesetzt, die Planung der Trassenführung im Hinblick auf die Auswirkungen auf Anwohnerinnen und Anwohner sowie auf den Verkehr zu optimieren. Dies ist jedoch nur teilweise gelungen. Weitergehende Anpassungen scheiterten sowohl an den strengen Fördervorgaben des Bundes als auch an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Ausbaus.

Chancen und Grenzen des aktuellen Ausbauprojekts

Die Gemeinde betrachtet den OEW-Ausbau im Hauptort daher durchaus zwiespältig. Einerseits ist es sehr erfreulich, dass die bislang unterversorgten hellgrauen Flecken künftig Zugang zu einem leistungsfähigen und zukunftssicheren Glasfaseranschluss erhalten werden. Andererseits hätte sich die Gemeinde gewünscht, dass deutlich mehr Haushalte und Betriebe von den umfangreichen Tiefbauarbeiten profitieren können.

Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass der parallel angekündigte Glasfaserausbau der Unseren Grünen Glasfaser (UGG) nicht realisiert wird. Das Unternehmen hat sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen aus dem Vorhaben zurückgezogen. Von dieser Entwicklung sind mehrere Projekte im Landkreis Reutlingen betroffen.

So verbleiben im Hauptort rund 300 nicht gigabitfähige Grundstücke, für die im Moment keine klare Ausbauperspektive besteht. Eine ähnlich hohe Zahl gilt auch für Rübgarten und Gniebel, eine sehr kleinere Zahl in Dörnach. Die UGG wollte darüber hinaus auch die bereits HFC-versorgten Gebäude erschließen, die bislang keine Förderaussichten haben und deswegen auch keine Anschlussvorbereitung von der OEW erhalten.

Die Gemeinde steht deshalb mit weiteren Infrastrukturbetreibern und Telekommunikationsunternehmen in Kontakt, um mögliche Alternativen für einen weitergehenden Glasfaserausbau auszuloten. Das langfristige Ziel bleibt eine möglichst flächendeckende Versorgung aller Adressen in Pliezhausen mit Glasfaseranschlüssen.

Die Rahmenbedingungen für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau im größeren Stil sind derzeit aber nicht gut. Als wesentliche Gründe werden die gestiegenen Finanzierungskosten für den erforderlichen Kapitaleinsatz sowie die begrenzten Ausbaukapazitäten in der Branche genannt. Es fällt daher schwer, eine belastbare Perspektive für einen Vollausbau zu geben. Immerhin wird die FairNetz GmbH im Zuge ihres Stromnetzausbaus sukzessive auch Breitbandinfrastruktur mitverlegen. Auf diesem Weg können in Dörnach bald ein Großteil aller Haushalte über einen Glasfaseranschluss verfügen. Auch hierzu ist nachfolgend eine Übersichtskarte veröffentlicht. Weitere Lückenschlüsse plant die FairNetz in absehbarer Zeit im Hauptort.

Die Gemeinde wird das Thema dennoch mit Nachdruck weiterverfolgen. Sie ist sich der herausragenden Bedeutung einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde, ihrer Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Bürgerinnen und Bürger bewusst.

Ansprechpartner und Kontakte

Übersichtskarte Trassenplan OEW-Ausbau Pliezhausen

Übersichtskarte Netzaufteilung OEW/FairNetzDörnach

Fragen und Antworten zum Glasfaserausbau

 OEW-Präsentation Infoabend am 07.11.2024