Sehenswertes

Goldene Reiterscheibe

Seit 1928 traten im Bereich der Pliezhäuser Alemannenstraße mehrfach Bestattungen eines alemannischen Gräberfeldes zutage. Grab 1 enthielt eine runde Brosche mit goldener Zierscheibe, eine "Goldblechscheibenfibel" mit der Darstellung eines Reiters, welche weithin als einzigartiges Zeugnis des alemannischen Kunsthandwerks bekannt geworden ist.
Bei einer Untersuchung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz konnte eine Goldschmiedemeisterin feststellen, dass der das Bild einrahmende Perlenkranz auf seiner Außenseite ursprünglich von einer kreisförmigen Riefe umgeben war und dass die flache Randzone vor der Einpassung in die Scheibenfibel rundum sorgfältig beschnitten war. Sie hatte also einst einen größeren Durchmesser wie heute und diente ursprünglich nicht als Zierblech der Scheibenfibel, von der sich in dem Grab noch Reste des Grundbleches und der Nadel aus Bronze fanden. Ihre Größe lässt vielmehr erkennen, dass sie einst als Zierscheibe auf einer runden Phalera angebracht war, wie sie zur Verzierung des Brustriemens eines Pferdegeschirrs diente.
(Auszug aus dem Text "Die Goldscheibe von Pliezhausen" von Prof. Dr. Dr. h.c. Kurt Böhner aus dem Buch "900 Jahre Pliezhausen 1092-1992 - Heimat zwischen Neckar und Schönbuch")


Die goldene Reiterscheibe ist heute im Landesmuseum Stuttgart ausgestellt. Dort sind weitere Informationen über die Geschichte der Reiterscheibe erhältlich.